Wie heiss wird die Schweiz?
Das Forschungsteam der OST untersuchte insgesamt 16 Zürcher Gemeinden verschiedener Grösse und Dichte. Darunter städtische Gemeinden wie Zürich und Schlieren, dicht besiedelte Gemeinden wie Fällanden oder Hinwil, mitteldicht besiedelte Orte wie Maur oder Schlatt sowie ländliche Gemeinden wie Bauma oder Fischenthal. Ziel war es, anhand der verschiedenen Gemeindetypen Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Klimawandels für die kleinen und mittleren Gemeinden (weniger als 10 000 Einwohnerinnen und Einwohner) für die ganze Schweiz ziehen zu können.
Je dichter, desto heisser
Die Untersuchungen zeigten, dass es keineswegs nur in der Stadt zu hohen Hitzebelastungen am Tag kommt. Auch in kleineren und mittleren Gemeinden können gleich hohe Hitzewerte erreicht werden, vor allem wenn sie dicht bebaut sind. Je nach Nutzungsstruktur, Dichte und Höhe der Bebauung ist die Belastung sehr unterschiedlich. Am stärksten sind die Belastungen in Gewerbegebieten, dichten Zentrumsstrukturen und dichten Wohngebieten mit vielen Mehrfamilienhäusern. Auch Strassen, vor allem breite Hauptstrassen, heizen ihre Umgebung stark und nachhaltig auf.
Das bringt einen heiklen Zielkonflikt ans Tageslicht. Denn um die Zersiedelung aufzuhalten, werden vor allem bestehende Wohnsiedlungen in der Schweiz immer weiter verdichtet, also höher und kompakter gebaut. Das passiert meistens zulasten von kühlend wirkenden Grünflächen. Offene Wasserflächen sind zudem heute bereits eine Seltenheit.
Die Hitzebelastung steigt deshalb ausgerechnet in den Gebieten, in denen die meisten Menschen wohnen. Das kann neben einer verringerten Lebensqualität auch zunehmend gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung mit sich bringen.
Es gibt wirksame Gegenmassnahmen
Die Forschungsgruppe der OST empfiehlt kleinen und mittleren Gemeinden, die Hitzebelastung bereits heute in Planungen miteinzubeziehen und gegebenenfalls zu reagieren. Das grösste Potenzial identifiziert das IRAP-Team in Zentren sowie in Mehrfamilienhausquartieren. Wenn die Gemeinden hier trotz Verdichtung bestehende Grünräume sichern sowie beschattende Bepflanzungen fördern, rechnen die Forschenden mit einem sehr grossen Einfluss auf das Lokalklima und damit auf die Lebensqualität der Bevölkerung. Schatten durch Bäume und Sträucher ist auch für die Kühlung von grossen Strassen das Mittel der Wahl, weil die Pflanzen nicht nur Schatten spenden, sondern durch das Wasser, das sie verdunsten, das Lokalklima positiv beeinflussen.
Kartenansichten zu den Hitzeinseln
Die gesamte Analyse mit allen Massnahmenempfehlungen stellt das IRAP unter dem Titel «Hitzeinseln – (k)ein Thema für kleine und mittlere Gemeinden?» kostenlos auf irap.ch zur Verfügung.

