Trinkwasser aus dem Solar-Wasserkiosk und Ausbildungskooperation
Seit 2018 ist das Trinkwasserproblem für einen Teil der Bevölkerung nordöstlich von Liberias Hauptstadt Monrovia gelöst. Ein solarbetriebener und mit modernen Membranfiltern ausgestatteter Wasserkiosk produziert sauberes Trinkwasser für ein Einzugsgebiet, in dem rund 11000 Menschen leben. Und das zu einem Preis, der weit unter den üblichen Preisen für sauberes Trinkwasser aus Flaschen liegt. Das Konzept basiert darauf, nur genau so viel Geld einzunehmen, damit Laborproben zur Trinkwasserqualität sowie nötige Wartungsarbeiten regelmässig durchgeführt werden können und die Wasserversorgung damit nachhaltig gewährleistet ist.
Geburtsklinik mit Solarstrom versorgen
Nach den Wartungsarbeiten am Wasserkiosk war EEU-Absolvent Derradj nochmals in Monrovia, um die Stromversorgung einer Geburtsklinik mit Solarstrom zu ermöglichen. Er übernahm dabei die Bauaufsicht, wobei er vom SPF Institut für Solartechnik von Rapperswil-Jona aus unterstützt wurde. Bisher kam es häufig vor, dass die Klinik ohne Strom arbeiten musste. Nachts bedeutete das unter anderem, dass Ärzte nur Smartphone-LEDs als Lichtquellen zur Verfügung hatten, um Kinder auf die Welt zu bringen. Unterdessen ist die neue Energieversorgung installiert und bereits in der ersten Nacht nach der Installation konnte das Team der Geburtsklinik erstmals mit zuverlässiger Stromversorgung und somit auch mit fliessendem Wasser arbeiten. «Man macht sich keine Vorstellung, was allein zuverlässiges Licht für eine riesengrosse Veränderung ist», erklärt Felix Walz. So würden seit der Installation praktisch keine Kriminellen mehr die Dunkelheit für Diebeszüge ausnutzen, das Personal könne sich schneller in der Klinik bewegen und sei zudem auch noch motivierter und pünktlicher. «Nun wollen wir in einem nächsten Schritt die Trinkwasserversorgung verbessern – Dylan Derradj hat bereits eine neue Wasserpumpe installiert – und die Sanitäranlagen sind ebenfalls in einem schlechten Zustand», so Walz.
Direkthilfe und Ausbildung kombinieren
Neben praktischen Projekten umfasst die Zusammenarbeit zwischen der OST und der BTFS auch die Ausbildung von Fachkräften mithilfe von fachbezogenen Weiterbildungsprogrammen. Erst im Mai 2022 unterzeichnete die OST ein Memorandum of Understanding mit der UMU United Methodist University in Monrovia, Liberia, für eine künftig engere Zusammenarbeit. Auch vorher engagierte sich die OST und bildete zum Beispiel den Studierenden Laryee A. Sannor aus Liberia anhand praktischer Übungen in den Bereichen Wasser- und Solartechnik weiter aus. Seitdem steht er im Zentrum des lokalen Teams vor Ort, das nicht nur den Wasserkiosk betreibt oder Arbeiten in der Geburtsklinik durchführt, sondern auch selbst eigene Projekte vor Ort umsetzt – von der Wasser- und Stromversorgung bis hin zur Überschwemmungsprävention und Abwasserbehandlung.
Breite Partnerschaft für Liberia
Seitens der OST – Ostschweizer Fachhochschule engagieren sich diverse Studiengänge und Forschungsinstitute. Vor allem die Institute UMTEC Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik (Prof. Dr. Michael Burkhardt), SPF Institut für Solartechnik(Prof. Christof Biba) und IBU Institut für Bau und Umwelt (Prof. Felix Wenk) und die dazugehörigen Studiengänge EEU Erneuerbare Energien und Umwelttechnik sowie Bauingenieurswesen. Das Netzwerk rund um Rapperswil-Jona, das sich für Entwicklungsprojekte in Liberia engagiert, unterstützt Felix Walz mit seiner BTFS Bowier Trust Foundation Switzerland massgeblich. Neben dem Rotary Club Oberer Zürichsee gehören dazu die Firma Frei & Krauer Ingenieure Rapperswil, die Wasserversorgung Rapperswil-Jona und das Bauunternehmen JMS Schmerikon.
Kontakt
Felix Walz
Bowier Trust Foundation Switzerland
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fwalz76@gmail.com




