Praktische Lösungsansätze zur Energiewende
Die Transformation des Energiesystems erfordert eine Vielzahl gut ausgebildeter Fachkräfte. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 hat die Schweiz unter anderem als Massnahme festgehalten, dass Fachkräfte gezielter für die Anforderungen der Bereiche Energieeffizienz und erneuerbare Energien geschult werden sollen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man erkannte, dass eine entsprechende Förderung für den Werkplatz Schweiz eine grosse Chance bedeutet. Ganz in diesem Sinne ausgestaltet sind die beiden MAS-Programme «MAS in Energiesysteme» und «MAS in Energie und Ressourceneffizienz» der OST, die auch vom Bundesamt für Energie unterstützt werden. Diese Weiterbildungen fördern eine interdisziplinäre Betrachtungsweise und vermitteln Wissen über Energiereserven, künftige Energieverbräuche, erneuerbare Energien, effiziente Ressourcennutzung und optimierte Produktionsprozesse.
Die Weiterbildungsteilnehmenden können sich einen Überblick über die Herausforderungen der Energietechnik verschaffen. Sie erhalten auch die Möglichkeit, sich gezielt zu vertiefen, lernen den aktuellen Stand der Technik kennen, erfahren Grundlegendes über die Entwicklung in der Forschung und werden mit praktischen Lösungsansätzen vertraut gemacht. «Dies kann sowohl für Personen, die sich neu in diese Richtung orientieren möchten, wie auch für Personen mit langjähriger Berufserfahrung im Energiebereich, die ihr Wissen auf den neusten Stand bringen wollen, von Interesse sein», sagt Daniel Gstöhl, Studienleiter des «MAS in Energiesysteme».
Grundlagen für eine nachhaltige Verkehrsplanung
Auch der Verkehr trägt massgeblich zur Klimaerwärmung bei. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig den Spurwechsel hin zu einem umweltfreundlicheren Fortbewegungsverhalten zu schaffen. «Allein mit Elektroautos, Hochgeschwindigkeitszügen oder Verleihtrottinetts ist diese Verkehrswende aber nicht zu erreichen», sagt Claudio Büchel, Dozent für Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung an der OST. «Es braucht Fachleute, die den Überblick über das gesamte Verkehrssystem haben, die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen kennen und sich der Abhängigkeiten zur Siedlungsstruktur bewusst sind.»
Claudio Büchel leitet den Zertifikatslehrgang (CAS) «Nachhaltige Mobilität». Diese Weiterbildung vermittelt alle wichtigen Grundlagen für eine nachhaltige Verkehrsplanung. So setzen sich die Teilnehmenden unter anderem damit auseinander, wie zeitgemässe, siedlungsverträgliche Strassen gestaltet werden können, welchen Beitrag Tramlinien für eine nachhaltige Stadtentwicklung leisten und wie Immobilienverantwortliche oder Unternehmen die Mobilität von Einwohnerschaft, Bewohnerschaft oder Beschäftigten beeinflussen können. Der CAS «Nachhaltige Mobilität» beleuchtet sowohl den Fuss- und Radverkehr als auch den öffentlichen Verkehr und den motorisierten Individualverkehr.
Beispiele vor Ort erleben
Der Lehrgang ist praxisorientiert konzipiert. Fachreferentinnen und -referenten aus Planungsbüros, Planungsämtern oder privaten Mobilitätsdienstleistungsunternehmen stellen sicher, dass das vermittelte Wissen auch anwendbar ist. «Zudem können die Teilnehmenden im Rahmen zahlreicher Exkursionen gute Beispiele aus der Verkehrsplanung direkt vor Ort erleben und mit den zuständigen Expertinnen und Experten in Kontakt treten», sagt Lehrgangsleiter Claudio Büchel. Unter anderem besichtigen sie mehrere Strassen, die nach dem Berner Modell umgestaltet worden sind, oder besuchen Unternehmen, die erfolgreiches Mobilitätsmanagement betreiben. Und auf einer Velotour zum Thema Veloparkierung können sie eins zu eins erleben, was gute und weniger gute Veloparkierungssysteme sind. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, selbst Konzepte und Massnahmen zu entwickeln, die dazu beitragen, dass wir künftig klimaschonend unterwegs sind.
Kontakt
Prof. Dr. Daniel Gstöhl
IES Institut für EnergiesystemeDozent für Thermodynamik und Strömungslehre
Studiengangleiter MAS Energiesysteme
+41 58 257 34 26
daniel.gstoehl@ost.ch
