Fehler bei der Handhabung können zu schweren Unfällen führen
In der Softwareentwicklung hatte die Sicherheitssensorik oberste Priorität: Wenn ein Hindernis wie ein Stein oder im schlimmsten Fall ein Rehkitz in der Wiese liegt, darf der Roboter nicht weitermähen. «Ausweichen ist ein komplexes, aber lösbares Manöver. Alle Spezialfälle kann aber auch der beste Roboter nicht abdecken, der Mensch muss eingreifen können – das ist auch eine rechtspolitische Anforderung», sagt Romano Hauser. Eine weitere Herausforderung ist der Schwerpunkt des Roboters: Auch wenn dieser sehr tief liegt, reicht es für den Halt in extremen Steillagen nicht aus. Bei bestehenden Maschinen musste bei einem solchen bislang der Mensch eingreifen und mit viel Aufwand die Maschine stabilisieren. Fehler bei der Handhabung oder rutschende Böden können jedoch zu schweren Unfällen führen. «Deshalb wurde ein Aufbau mit aktiver Achsverschiebung gewählt. Die Radachse ist nun weit verschiebbar – so können wir den Schwerpunkt der Hanglage ohne menschlichen Einfluss anpassen.»
Ein weiteres Problem bringt Mutter Natur mit sich, unabhängig von der Steilheit des Hanges. Der Roboter ist Wind und Wetter ausgesetzt und muss von daher mit starken Verschmutzungen klarkommen. Zudem müssen die gewählten Lösungen für grosse Stückzahlen tauglich sein. «Der Industriepartner liefert uns seine praktischen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit, wir steuern die technischen Konzepte bei und setzen diese dann zu einem Produkt um», erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Ueli Scherrer.
Zum funktionsfähigen Prototyp gehörten die Konstruktion und deren Festigkeitsberechnung, sämtliche Komponenten und Recherchen, die Elektrifizierung, die Antriebsmechanik und die Software: «Am Campus Buchs können wir von der Ingenieurinformatik und Mechanik bis zur Elektronik sämtliche Schritte abdecken», fügt Einar Nielsen, Professor für Robotik, an.
Vielfältige Einsatzgebiete sind angedacht
Der Roboter wird momentan als Mähroboter entwickelt, doch angedacht sind noch viele weitere Aufgaben, die er erledigen kann und die den Berglandwirten somit zusätzlich zeit- und kraftintensive Arbeiten ersparen. Dazu gehören unter anderem autonomes Heuschieben, Mulchen, Düngen, Strassenreinigen oder Schneeräumen.
Das Innosuisse-Projekt dauert noch bis Oktober 2022. Dass die altatek GmbH, Auftraggeber des Projekts, auf die OST zukam, ist für Peter Modalek, Projektleiter bei der altatek GmbH, alles andere als ein Zufall: «Wir als Start-up-Unternehmen suchten eine Fachhochschule mit Erfahrung in Robotik, Elektromobilität und Sensorik – mit der OST fanden wir die richtige Partnerin.» Und dass das Projekt mittlerweile auf einem sehr guten Weg ist, dürfte nicht nur die beteiligten Partner, sondern insbesondere auch die Bergbauern freuen.
Kontakt
Romano Hauser
EMS Institut für Entwicklung Mechatronischer Systeme, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
+41 58 257 31 54
romano.hauser@ost.ch
