Wasserstoff als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Wasserstoff, besonders grüner Wasserstoff, soll in der dekarbonisierten Wirtschaft in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. In der Bodenseeregion, geprägt von Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie einer starken Schifffahrt und Flughäfen, eröffnen sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Denn nicht alle Industriebereiche lassen sich elektrifizieren. Teilweise ist die hohe Energiedichte von chemischen Treibstoffen alternativlos. Bis etwa 2030 wird die geplante europäische Wasserstoff-Infrastruktur die Bodenseeregion erreichen. In der Bodenseeregion gibt es viele einzelne Initiativen. Bisher fehlt eine Koordination der ganzen Region über unterschiedliche Sektoren hinaus. Die Studie ist ein Schritt, diese Lücke in die Energiezukunft zu schliessen.
Europa treibt Wasserstoffinfrastruktur voran
Die Hydrogen Backbone Initiative in Europa plant den Ausbau einer «belastbaren» Wasserstoffinfrastruktur. Deutschland und Österreich haben bereits strategische Grundlagen, während die Schweiz ihre Wasserstoffstrategie bis Ende 2024 erarbeiten wird. Die Kurzstudie der OST konzentriert sich deshalb auch auf die Schweiz und ihre Nachbarn und sieht in der Nutzung bestehender Gas- und Ölleitungs-Infrastruktur besonders im Raum Lindau ein enormes Potenzial für die Umnutzung auf künftige Wasserstofftransporte. Die Studie hebt hervor, dass die Nutzung von Wasserstoff eine parallele Planung von Produktion, Verteilung und Anwendung erfordert. Neben der über die IHK vertretenen Wirtschaft identifiziert die Studie, dass eine dekarbonisierte Energieversorgung nur mit der koordinierten Anstrengung von Gesetzgebern, Versorgern und der Wirtschaft möglich ist – um Angebot und Nachfrage gleichzeitig zu entwickeln und so eine nachhaltige Wasserstoffnutzung zu gewährleisten.
Interesse ist gross
Das Interesse an der Studie ist gross. Seit der Präsentation der Studie an der Veranstaltung «Zukunft Ostschweiz» der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell im November 2023 und ihrer Veröffentlichung im Dezember haben sich zahlreiche Interessierte bei Markus Friedl gemeldet. Er möchte diese Leute in einem nächsten Schritt an einen Tisch bringen, sodass die gemeinsamen Interessen im Bodenseeraum über die Landesgrenzen hinweg gebündelt werden können.
Kontakt
Prof. Dr. Markus Friedl
Leiter IET Institut für Energietechnik
Strategischer Leiter Klimacluster OST
+41 58 257 43 33
markus.friedl@ost.ch
