Städte Schritt für Schritt verbessern
An der OST arbeiten die beiden Forscher Tobias Baur und Peter Bach mit ihren Teams daran, die Schwammstadt wieder verstärkt in den Fokus moderner Städteplanung zu rücken. «Jedes Bauprojekt, jede Sanierung bietet die Möglichkeit, unsere Städte besser gegen den Klimawandel und seine Folgen zu wappnen», ist Baur überzeugt. Instrumente gebe es genügend, um die Städte in der Schweiz in den kommenden Jahrzehnten zu Schwammstädten werden zu lassen: Dach- und Fassadenbegrünung, grosszügig begrünte Wasserrückhalteflächen und versickerungsfähige Beläge in Plätzen, Strassen und Wegen. «Schwammstädte schaffen ökologisch wertvolle Freiräume, die die Lebensqualität von Menschen und Tieren verbessern und die Überlebensfähigkeit von Pflanzen in der Stadt erhöhen», sagt Baur. In Luzern konnten sie 2023 mit diesem Ansatz eine Strassensanierung begleiten, um aus der vormals betonierten Gerade einen Raum zu schaffen, der besser mit grossen Wassermengen umgehen kann und an heissen Tagen besser kühlt als die vormalige Asphaltwüste. Klimaschutz ist Gesundheitsschutz.
Klimaanpassung aus Eigeninteresse
Das Engagement für Schwammstädte ist laut Baur auch im Eigeninteresse aller in Städten lebenden Menschen. Vor allem in fünf Bereichen, die den Komfort und die Gesundheit für ihre Bewohnerinnen und Bewohner beeinflussen, sind Schwammstädte unserer heutigen Bauweise deutlich überlegen.
Hitzeminderung:
Blau- grüne Infrastruktur wie Dach- und Fassadenbegrünung sowie grüne Retentionsräume für Wasser reduzieren die Oberflächentemperatur. Das wirkt urbanen Hitzeinseln entgegen und verringert die Auswirkungen von Hitzewellen auf die Gesundheit der Bevölkerung.
Luftqualität:
Pflanzen, vor allem Bäume, verbessern die Luftqualität, indem sie Schadstoffe absorbieren und Sauerstoff produzieren. Das beugt gesundheitlichen Problemen vor, die durch verschmutzte Luft verursacht werden.
Überschwemmungsprävention:
Die Blau-grüne Infrastruktur in Schwammstädten kann besser mit starken Niederschlägen umgehen. Das Risiko von Überschwemmungen in städtischen Gebieten wird reduziert. Dadurch werden Sachschäden minimiert und Blaulichtorganisationen entlastet.
Bessere Lebensqualität:
Die Integration von grünen Freiräumen und natürlichen Elementen in Schwammstädten fördert die körperliche und psychische Gesundheit der Bevölkerung. Der Zugang zu Natur in städtischen Umgebungen trägt dazu bei, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu steigern.
Kontakt
Prof. Tobias Bau
ILF Institut für Landschaft und Freiraum
+41 58 257 45 20
tobias.baur@ost.ch
Dr. Peter Marcus Bach
UMTEC Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik
+41 58 257 13 61
peter.bach@ost.ch
